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Im Blick der Wissenschaft Die vorgeburtliche Prägung lebenslanger Krankheitsrisiken
Der starke Anstieg von Übergewicht und daraus resultierenden Folgeerkrankungen in den Industrieländern in einem relativ kurzen Zeitraum von 20-30 Jahren ist genetisch nicht erklärbar. Stattdessen legen epidemiologische, klinische und tierexperimentelle Studien die Vermutung nahe, dass insbesondere die Ernährung während der vorgeburtlichen und frühkindlichen Entwicklung einen prägenden Einfluss auf die spätere Entstehung von Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 haben kann.
Literatur:
Prävention von Übergewicht beginnt bereits im Mutterleib
Im Ernährungsbericht 2008 wird gefordert: Prävention darf nicht erst im Kindesalter beginnen. Entscheidende, lebenslange Weichenstellungen im Sinne einer Prägung von Krankheitsveranlagungen erfolgen bereits während kritischer Entwicklungsphasen im Mutterleib und in den ersten Lebenswochen.
Quelle: Institute of Medicine, Subcommittee on Nutritional Status and Weight Gain during Pregnancy, The National Academy of Science: Nutrition during pregnancy. Part I: Weight gain, Part II: Nutrient supplements. Report. National Academy Press, Washington, DC (1990)
Literatur:
Ernährung in der Schwangerschaft
Entgegen der weit verbreiteten Meinung, sollten Schwangere nicht „für zwei essen“. In der Tat ist zwar der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen erhöht, der Mehrbedarf an Energie beträgt aber erst ab dem zweiten Trimenon ca. 250 kcal pro Tag. Dieser lässt sich mit einer Scheibe Vollkornbrot mit Käse und einem Glas Orangensaft decken. Eine vollwertige und abwechselungsreiche Mischkost kann den Mehrbedarf an Mikronährstoffen in der Regel decken. Bestimmte Nährstoffe wie z.B. das Vitamin Folat, Jod und Eisen werden in der Schwangerschaft in größeren Mengen vom Körper benötigt. Im Falle des Folats macht eine ausreichende Versorgung bereits vor der Schwangerschaft den größten Sinn, da Folat besonders in der ganz frühen Schwangerschaft für das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems benötigt wird. Gute Folsäurequellen sind grünes Blattgemüse, Vollkornprodukte, Tomaten oder Sojabohnen. Jod ist als Bestandteil der Schilddrüsenhormone ebenfalls wichtig für die Ausreifung des Gehirns und des Nervensystems. Die beste Jodquelle ist Seefisch, es ist aber auch in Milch und jodiertem Speisesalz enthalten.
Literatur: http://mutterundkind.aid.de/base/01_e.html
Sport und Bewegung in der Schwangerschaft
Laut einer Befragung der Deutschen Sporthochschule Köln geben 76% der Schwangeren an, dass sie ihr Bewegungsverhalten in der Schwangerschaft einschränken. Gründe für die Passivität liegen laut der Studie bei Unsicherheiten, fehlender Anstrengungsbereitschaft, Motivationsproblemen, Zeitmangel und Ängsten. Wenn Schwangere allerdings ihre körperliche Bewegung einschränken und gleichzeitig größere Mengen an Energie zu sich nehmen, führt dies unweigerlich zu einer übermäßigen Gewichtszunahme mit den oben beschriebenen Folgen eines erhöhten Geburtsrisikos und eines erhöhten Risikos für lebenslange Erkrankungen wie Adipositas und Diabetes mellitus für Mutter und Kind.
Kleinert, J. (2007a). Sport und Schwangerschaft, Das Informations- und Service-portal [Internet]. Verfügbar unter: http://www.sportundschwangerschaft.de [10.08.2009].
Reinhardt, L. & Wurster, K. G. (2007). Sportliche Belastung bei einer Schwangerschaft [Internet]. Verfügbar unter: http://www.dgsp.de/_downloads/allgemein/Schwangerschaft%20und%20Sport.2009.pdf [27.05.2010]
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