In der KiTa

Fragen im beruflichen Alltag „rund um´s Kind“

 

Im beruflichen Alltag kann ich …

 

Fragen an Verantwortliche in und für  Kindertageseinrichtungen

 

Als Verantwortliche/r in einer Institution kann ich …

 

PAPI und Kindertageseinrichtungen

 

PAPI in der Praxis – KiTas in den Stadtteilen Kaukenberg und Auf der Lieth

Projekt Lebenslust – Leibeslust

Projekt-KiTas

PAPI in der Praxis – Modellphase

Schritte der PAPI-Modellphase

Modell-KiTas

PAPI in der Praxis – Coachingreihe

Struktur der Coachingreihe

Coaching-KiTas

 

Fragen im beruflichen Alltag „rund um´s Kind“

  • Bin ich ein gutes Vorbild für Kinder und Eltern?

  • Mache ich mir und Eltern bewusst, dass wir eine Vorbildfunktion besitzen?

  • Motiviere ich Kinder und Eltern zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil?

  • Fördere ich die Individualität der Kinder im Rahmen meiner Möglichkeiten?

  • Schätze ich Eltern und Kinder wie sie sind?

  • Nutze ich das Wissen und den Erfahrungsschatz der Eltern?

  • Kenne ich die Bedeutung von Ernährung und Bewegung für die Entwicklung von Kindern?

  • Halte ich mich in Bezug auf den aktuellen Wissensstand auf dem Laufenden?

  • Wende ich diese Kenntnisse und Fähigkeiten im Berufsalltag an?

  • Gebe ich die Kenntnisse an Kollegen und Eltern weiter?

  • Tausche ich mich mit anderen Berufsgruppen „rund um‘s Kind“ aus?

  • Nutze ich die Möglichkeiten eines Netzwerkes?

 

Im beruflichen Alltag als Pädagogische Mitarbeiterin, Hauswirtschaftliche Mitarbeiterin oder Leiterin einer Kindertageseinrichtung kann ich …

 

Ernährung

  • als Vorbild gemeinsam mit den Kindern gute Ess- und Trinkgewohnheiten entwickeln und pflegen.

  • das Verpflegungsangebot der KiTa kindgerecht gestalten und dabei die Ernährungsempfehlungen* und DGE-Qualitätsstandards* beachten.

  • für eine entspannte Atmosphäre* bei den Mahlzeiten sorgen.

  • an den Mahlzeiten in der KiTa teilnehmen und sie nach dem Modell Angebot-Entscheidung* pädagogisch begleiten.

  • die Kinder in Alltagshandlungen mit einbeziehen: Tisch decken, Rohkost schneiden….

  • das Essen und Trinken, die Nahrungszubereitung und Themen aus der Ernährungswelt der Kinder zur

  • Regeln festlegen, an die sich das pädagogische Personal, Kinder und Eltern halten und dies konsequent verfolgen.

  • Ernährungsthemen in die Elternarbeit einfließen lassen.

  • regelmäßig Fortbildungen zu Ernährungsthemen besuchen und die Inhalte in den KiTa-Alltag integrieren.

  • den Austausch mit Kollegen und Experten zu Fragen, Situationen und Projekten des Ernährungsalltags in der KiTa pflegen.

Bewegung

  • für Kinder viele Bewegungsmöglichkeiten und -räume schaffen.

  • die Kinder bei der Gestaltung eines aktiven Kindergartenalltags unterstützen.

  • es den Kindern durch vielfältige Bewegungsangebote ermöglichen verschiedene Wahrnehmungs- und Sinnesreize* zu erfahren.

  • Impulse geben, damit die Kinder Erfahrungen eigenständig sammeln können.

  • den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder unterstützen und für die tägliche Arbeit nutzen.

  • die Freude an der Bewegung fördern und unterstützen.

  • täglich eine gezielte Bewegungseinheit für alle Kinder anbieten und diese anleiten.

  • Kinder und ihre Eltern motivieren, auch außerhalb der KiTa körperlich aktiv zu sein.

  • ein Vorbild sein und gemeinsam mit den Kindern die Bewegungsräume und -möglichkeiten nutzen.

  • regelmäßig Fortbildungen zu Themen der Bewegungserziehung besuchen und die Inhalte in den KiTa-Alltag integrieren.

  • den Austausch mit Kollegen und Experten pflegen zu Fragen, Situationen und Projekten des Bewegungsalltags in der KiTa.

 

Fragen an Verantwortliche in Kindertageseinrichtungen

  • Welchen Stellenwert hat Gesundheitsförderung in meiner Einrichtung?

  • Welche Rolle spielt dabei die Adipositasprävention*?

  • Wie ist diese im Konzept bzw. Programm verankert?

  • Welche finanziellen Mittel sind dafür vorgesehen?

  • Wie gewährleisten wir die Umsetzung in die Praxis?

  • Weise ich Mitarbeitende auf ihre Verantwortung für sich selbst und Kindern gegenüber hin?

  • Motiviere ich Mitarbeitende zur Orientierung am PAPI-Leitfaden „Unbeschwert aufwachsen im Kreis Paderborn”?

  • Ermögliche und fördere ich regelmäßige Fort- und Weiterbildung?

  • Wie stelle ich die Umsetzung der Fortbildungsinhalte sicher?

  • Sorge ich für geeignete Rahmenbedingungen und Verbindlichkeiten im Hinblick auf die Umsetzung von gesundheitsförderlichen Maßnahmen für Ernährung und Bewegung?

  • Verstärke ich gesundheitsförderliches Verhalten durch Anerkennung?

  • Fördern und pflegen wir Kooperationen mit den Zielen Gesundheitsförderung und Adipositasprävention?

  • Sind wir als Partner in einem Gesundheitsnetzwerk aktiv?

 

Als Verantwortlicher in und für Kindertageseinrichtungen kann ich ...

 

Ernährung

  • Ernährungsbildung* und –erziehung* in das pädagogische Konzept der Einrichtung integrieren.

  • den Mitarbeitenden regelmäßig Fortbildungen ermöglichen und die Umsetzung der Inhalte sicher stellen.

  • regelmäßig Ernährungsthemen in die Elternarbeit aufnehmen.

  • allen Beteiligten am Ernährungsangebot der KiTa ihre gemeinsame Verantwortung verdeutlichen: Träger, Leitung, pädagogischem Personal, hauswirtschaftlichem Personal, Caterern, Eltern.

  • gute Rahmenbedingungen für das Ernährungsangebot der KiTa schaffen.

  • eine Verpflegung sicher stellen, die die Ernährungsempfehlungen* für  Kinder und die DGE-Qualitätsstandards* berücksichtigt.

Bewegung

  • Sport und Bewegung in das pädagogische Konzept der Einrichtung integrieren.

  • den Mitarbeitenden regelmäßig Fortbildungen ermöglichen und die Umsetzung der Inhalte sicher stellen.

  • die KiTa bewegungsfreundlich gestalten und vielfältige Bewegungsmöglichkeiten und -räume für die Kinder schaffen.

  • täglich gezielte Bewegungszeiten in den Alltag integrieren.

  • externe Partner (Sportvereine) in das Bewegungs- und Sportangebot einbeziehen.

  • die Bedeutung von Bewegung für die Kindesentwicklung in die Elternarbeit aufnehmen.

 

PAPI und Kindertageseinrichtungen

 

Das Projekt PAPI (Paderborner Adipositas Prävention und Intervention) der Universität Paderborn möchte allen Kindern in Stadt und Kreis Paderborn ein „unbeschwertes“ Aufwachsen ermöglichen. Erklärtes Ziel von PAPI ist es, den Anstieg der Prävalenzrate im Kindesalter in absehbarer Zeit zu stoppen und darüber hinaus auch im Jugend- und Erwachsenenalter nachhaltig zu reduzieren.

Hierfür werden Rahmenbedingungen geschaffen, die eine Entwicklung gesundheitsorientierter Lebensstile von Kindern fördern und es wird eine systematische Vernetzung aller wichtigen Akteure sowie eine gezielte Intervention in markanten Lebensabschnitten von Kindern angestrebt.

Da Übergewicht und Adipositas aus Wechselwirkungen genetischer, gesellschaftlicher, familiärer und individueller Faktoren resultiert, wurde in PAPI ein multidisziplinärer Präventionsansatz gewählt, der die veränderten Ernährungsgewohnheiten, die neuen Familien- und Betreuungsstrukturen sowie den Trend zu bewegungsärmeren Lebensstilen aufgreift. Dabei spielt die Adipositas-Prävention und -Intervention in Kindertageseinrichtungen eine wichtige Rolle, denn mit dem Besuch einer vorschulischen Bildungseinrichtung ergibt sich neben dem Zugangsweg über die Eltern ein erster institutioneller Zugangsweg zum Kind.

Erzieherinnen und Erzieher werden zu prägenden außerfamiliären Bezugspersonen und die Kindertageseinrichtung zu einem bedeutsamen Lern- und Erfahrungsfeld für Kinder. Auch werden die Erzieherinnen und Erzieher zu wichtigen Ansprechpartnern für Eltern, um Erziehungs- und Bildungsprozesse des Kindes optimal auszugestalten.

Insbesondere im neuen Kinderbildungsgesetz (KiBiz), welches am 1. August 2008 in Kraft trat, sieht PAPI Anknüpfungspunkte in § 9 (Zusammenarbeit mit Eltern) und §10 (Gesundheitsvorsorge) vorschulische Bildungseinrichtungen in der Umsetzung der verankerten gesetzlichen Bestimmungen zu unterstützen. In enger Zusammenarbeit mit Kindertageseinrichtungen wurde ein Coachingprogramm zum Thema „Gesundheitsförderung“ entwickelt. Im Mittelpunkt all dieser Maßnahmen steht die Förderung gesundheitsorientierter Lebensstile von Kindern sowie in diesem Kontext die Stärkung der Zusammenarbeit mit Eltern.

 

 

PAPI in der Praxis – KiTas in den Stadtteilen Kaukenberg und Auf der Lieth

 

In der Anfangsphase des PAPI-Projektes wurden Teamschulungen zum pädagogischen Konzept „Angebot – Entscheidung“ für sieben KiTas in den Stadtteilen Kaukenberg/ Auf der Lieth und die KiTa MS Kunigunde des Studentenwerks organisiert. Das Programm wird  in Kindertageseinrichtungen in Schleswig Holstein bereits erfolgreich zur Prävention von Essstörungen eingesetzt. Ziel ist es, dass die Erwachsenen bzw. die in der KiTa für das Essen und Trinken verantwortlichen Personen lernen, die Rahmenbedingungen für die Kinder so zu gestalten, dass selbständige und sinnvolle Essentscheidungen der Kinder möglich werden. Dieses kann in der heutigen Zeit nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Die Ernährungssituation der Wohlstandsgesellschaft ist gekennzeichnet durch ein komplexes Nahrungsangebot. Es werden viele, oft stark ver- und bearbeitete Lebensmittel angeboten. Die Wertschätzung der Nahrung und deren Zubereitung sind häufig gering. Es wird wenig Zeit für Zubereitung und Verzehr aufgewendet. Normen und Regeln in der pädagogischen Begleitung der Nahrungszubereitung und des Essens werden von den pädagogischen Mitarbeitenden selten eindeutig definiert bzw. reflektiert. Die „versteckten“ Normen und Regeln sind nicht an die heutige gesellschaftliche Ernährungssituation angepasst. Probleme bei Tisch treten häufig schon in Familien auf und erschweren die Entwicklung eines ungezwungenen Essverhaltens der Kinder. Nicht selten erwarten Eltern von der KiTa hier Unterstützung.
Die KiTas wurden ausgewählt, weil sie sich in Stadtteilen mit Familien mit Migrations-  und geringem Bildungshintergrund befinden. Das gesundheitliche Risikopotential dieser Kinder ist zusätzlich durch die Einkommensarmut der Familien erhöht.

 

 

Projekt Lebenslust – Leibeslust

 

Zunächst wurde für die gesamten Kindergartenteams eine eintägige Fortbildungsveranstaltung mit folgenden Inhalten durchgeführt:

  • Sensibilisierung der Erwachsenen für das eigene Essverhalten (Vorbildfunktion)

  • Informationen zur bedarfsgerechten Kinderernährung (optimix®)

  • Einflussfaktoren auf die Entwicklung des Essverhaltens

  • pädagogisches Konzept „Angebot – Entscheidung“

Die Fortbildung wurde von Dipl. Oecotrophologin Astrid Francke, Initiatorin des Schulungskonzeptes „Lebenslust-Leibeslust“ geleitet.

 

Frau Francke moderierte in den KiTas mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung die nachfolgenden Teamsitzungen, in denen jede KiTa ein eigenes Konzept bzgl. Essen und Trinken, Gestaltung der Esssituationen und Körperwahrnehmung entwickelt wurde.

 

Als Abschluss der Reihe fand eine Auswertungstagung an der Universität statt, die den Einrichtungen die Möglichkeit gab, ein Resümee zu ziehen, Erfahrungen auszutauschen und diese zu reflektieren und in die zukünftige Gestaltung des Verpflegungskonzeptes einzubeziehen.

 

Ergänzt wurde diese Teamschulung „Lebenslust-Leibeslust“ durch eine Tagesschulung des hauswirtschaftlichen Personals bzw. der pädagogischen Mitarbeiterin, die in den Einrichtungen mit Catering-Service die Verantwortung für die Gestaltung einer optimierten Mischkost zur Verpflegung der Kinder trägt.

 

Eine ausführliche Beschreibung des Projektes „Leibeslust - Lebenslust“ finden Sie hier: www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/?id=main2&idx=5475

 

Im Anschluss an die Ernährungsfortbildungen wurde in jeder KiTa eine Fortbildung zum Thema „Ringen und Raufen“ durchgeführt. Referent war Herr Dipl. Sportwissenschaftler Christian Conradi aus Köln. Des Weiteren gab es eine Kooperation zwischen den KiTas und einem Studienprojekt des Fachbereichs Sport und Erziehung. Die angehenden Sportwissenschaftler/innen entwickelten individuelle Schulungen unter dem Motto „Spaß im Leben mit Spaß am Bewegen“, in denen das Konzept „Leibeslust – Lebenslust“ auf den Bewegungsbereich praxisorientiert übertragen wurde.

 

 

Projekt-KiTas

 

Die folgenden KiTas haben an den Schulungsprogrammen teilgenommen:

  • KiTa Himmelszelt
  • Kath. KiTa St. Hedwig
  • KiTa Mistelweg
  • Kinderhaus Luftikus e.V.
  • Kath. KiTa St. Franziskus
  • KiTa „MS Kunigunde“
  • KiTa Wiesengrund

 

PAPI in der Praxis – Modellphase

 

Das PAPI-KiTa-Team hat im ersten Projektjahr bereits erfolgreich  mit  sieben Modelleinrichtungen zusammengearbeitet. Im Verlauf der Zusammenarbeit  mit den jeweiligen pädagogischen Teams wurden folgende Schritte absolviert: nachdem mit Hilfe einer Ist-Analyse der Status quo in den Bereichen Ernährung, Bewegung sowie Elternarbeit erhoben wurde,  wurden individuell für jede Einrichtung gemeinsame Ziele der Zusammenarbeit formuliert und Arbeitsgruppen zur Ausarbeitung und Umsetzung der geplanten Aktivitäten gebildet. Fortbildungen des gesamten pädagogischen Teams ermöglichten eine intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themenkomplexen. Im Sinne der Vernetzung wurden zum einen Kooperationspartner (z.B. Sportvereine) aus Stadt und Kreis in die Weiterentwicklung der Einrichtungen integriert. Zum anderen fand in einem kollegialen Netzwerktreffen eine Vernetzung der Modelleinrichtungen statt. Nachfolgend werden kurz die verschiedenen Schritte der Modellphase vorgestellt und Praxisbeispiele aus den Modell-Kitas aufgeführt. Sie bieten einen Einblick in die Umsetzung der „besser Essen – mehr Bewegen“ Aktivitäten.

 

 

Schritte der PAPI-Modellphase

 

Die Modellphase

Interventionsmaßnahmen der Modellphase

 

 

Modell-KiTas

 

Die Zusammenarbeit des PAPI-Teams mit den beteiligten KiTas wurde in der ersten Modellphase als Teamschulung in den jeweiligen Einrichtungen durchgeführt. Zu den
Inzwischen zertifizierten PAPI-Modell-KiTas gehören:

 

PAPI in der Praxis – Coachingreihe

 

Mit den Ergebnissen und Erfahrungen der Modellphase wurde ein Coachingprogramm entwickelt, an dem eine größere Anzahl von Einrichtungen aus Stadt und Kreis Paderborn teilnehmen konnte. Kern dieses Programms ist die Hilfe zur Selbsthilfe, die die KiTa-Leitungen und KiTa-Teams in die Lage versetzt, im Sinne der Übergewichtsprävention selbstständig unterschiedliche Interventionen im Hinblick auf die Bewegungs- und Ernährungssituation sowie die Zusammenarbeit mit Eltern zu planen und durchzuführen.

 

 

Struktur der Coachingreihe

 

PAPI-Coaching-Reihe

 

 

Coaching-KiTas

 

In einer Weiterentwicklung entstand aus der Modellphase die PAPI-Coachingreihe, an der 12 Kindertageseinrichtungen aus Stadt und Kreis Paderborn teilnehmen. Ein Teil dieser KiTas werden zusätzlich als DOG-Kindergärten zertifiziert.

  • KiTa Karl-Korthaus-Straße Sande
  • KiTa Sennewind Sennelager
  • KiTa „unter den Linden“ Paderborn
  • Familienzentrum Rappelkiste Fürstenberg
  • KiTa Lange Wenne Paderborn
  • Kindergarten Buke
  • KiTa Dahl
  • KiTa Schwalbennest Paderborn
  • Familienzentrum Lichtenau
  • KiGa Giershagen
  • KiTa Domental Büren
  • KiTa Römerstraße Elsen
 

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Department Sport & Gesundheit

Fachbereiche:
Sportwissenschaft und Ernährung & Verbraucherbildung

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